Abenteuer Musik


Kurzportrait von Toni Leutwiler

(31.10.1923 - 18.03.2009)


Geiger, Pianist, Organist, Saxophonist, Komponist, Arrangeur, Dirigent, Musiklehrer und Musikschulleiter

Toni Leutwiler hatte als Komponist und als Arrangeur grossen internationalen Erfolg! In den 60er Jahren befand er sich auf dem Höhepunkt seiner beruflichen Laufbahn. Im Zeitraum von etwa 20 Jahren komponierte und arrangierte er rund 2000 Werke vor allem für gehobene symphonische Unterhaltungsmusik, inspiriert auch durch den Jazz, welchen die amerikanischen Truppen damals nach Europa brachten. Aus der ganzen Welt erhielt er Aufträge zu speziellen Bearbeitungen für Solisten, Orchestern, Filme und Werbesendungen.

 

 

Typisch für seine Musik ist

 

Er war einer der Wegbereiter für den Einzug des Jazz in die Unterhaltungsmusik in Europa.

 

Als Auftragskomponist und Arrangeur gelang ihm sehr erfolgreich der Brückenschlag zwischen klassischer, symphonischer Musik, Jazz, Schlager, Unterhaltungs- und Volksmusik!

 

Er gehörte zu den ersten Komponisten und Arrangeuren, welche aussergewöhnliche Experimente machten mit Halleffekten, Playback, Stereophonie (erste Stereoaufnahme am Schweizer Radio), doppelter Geschwindigkeit, 4- und 8-Spur-Aufnahmen, speziellen Soloinstrumenten, Klatschen, Pfeifen, Gitarre und verschiedensten Perkussionen in Radio-Orchestern von ganz Europa!
Seine Lieder hatten grossen Erfolg mit den Interpretationen durch den Tenor Fritz Wunderlich.

 

Seine Kompositionen und Arrangements wurden und werden heute noch gespielt von Solisten, kleinen Formationen, Salonorchestern, Blasmusiken, Tanzmusiken, Akkordeonorchestern, Jazzorchestern und Symphonieorchestern.

 

 

Stationen aus seinem Musiker-Leben

 

Toni Leutwiler wird am 31. Oktober 1923 als Sohn eines Bahnarbeiters in Zürich geboren und wächst in sehr einfachen Verhältnissen in der Stadt Zürich auf.

 

Mit drei Jahren spielt er bereits Mundharmonika, ab 6 Jahren Geige, mit 13 singt er als Sopran mit den Wiener Sängerknaben und später kommen die Instrumente Klavier, Orgel Saxophon und Hammond-Orgel dazu.

 

1936 – 1944  Konservatorium Zürich: Ausbildung und Abschluss in Violine und Klavier. Swing und Jazz ist damals am Konsi noch absolut verboten, aber seine Jazzband "Zürcher Swing Boys" spielt am Konsiball sowie im Hotel Waldhaus Dolder und im Kursaal Bad Ragaz!

 

1944 – 1952  Orchestergeiger und Solist im Kurtheater Baden, beim Musikkollegium Winterthur, beim Berner Symphonie-Orchester und an den Musikfestwochen in Luzern.

 

1946 – 1952  Sendungen vom Radio-Studio Bern (Radio Beromünster):
«Beliebte Melodien auf neue Art mit dem Streichorchester Toni Leutwiler» und später «Toni Leutwiler präsentiert seine neuesten Arrangements» (damals wie eine Art Hitparade).
Bei der Ausstrahlung der ersten Sendung am 27.06.1946 ist er nur 23-jährig!

 

1952 – 1956  Sendungen von Radio Genève:
«Grande Jazz Symphonique» des Orchestre de la Suisse Romande als Dirigent, Komponist und Arrangeur. Mit 29 Jahren dirigiert er ein internaltionales 50 Mann-Spitzenorchester!

 

1956 – 1969  Selbständiger Komponist, Arrangeur und Dirigent für 45 grosse Radiosender in 22 Ländern! Sein Publikum: Millionen von begeisterten Radiohörern!

 

1969 - 1975  Leiter einer Heimorgelschule in Bern, Lehrer für e-Orgel mit 50 Schülern und Autor von 32 neuartigen Musiklehrheften mit 300 Arrangements für elektronische Orgeln.

 

1975 – 1988  Sekretär im Fischerei-Inspektorat des Kantons Bern ohne musikalische Tätigkeit!

 

1988 - 2009  Rentner ohne musikalische Tätigkeit!

 

Am 18. März 2009 stirbt Toni Leutwiler in Zollikofen bei Bern.


Epilog

Angelina Leutwiler, die Witwe von Toni Leutwiler, übergibt 2003 den ganzen musikalischen Nachlass (Noten, Notenhefte, CDs, Schallplatten, Tonbänder, Tonbandkassetten und Dokumentationen) als Dauerleihgabe dem Leihnotenarchiv des Orchesters Reto Parolari (siehe www.leihnoten.ch).

 

Die Erbengemeinschaft A. Leutwiler (Toni, Hans Peter, Walter, Niklaus und Martin Leutwiler) überträgt Ende 2016 den ganzen musikalischen Nachlass (Noten, Notenalben, CDs, Schall-platten,  Tonbänder und Dokumentationen) sowie sämtliche Urheberrechte an den Leutwiler-Werken dem Verein „Freunde Toni Leutwiler-Musik“.

 

Der Verein „Freunde Toni Leutwiler-Musik“ , gegründet am 01. Januar 2017, verwaltet den musikalischen Nachlass und setzt sich für die Förderung der Kompositionen und Arrangements von Toni Leutwiler (31.10.1923 – 18.03.2009) ein, um sie für die Nachwelt zu erhalten.  Der Verein unterstützt öffentliche Aufführungen und pflegt den Kontakt zu Musikern, Orchestern, Musikverlagen, Musikveranstaltern und zur Suisa. Er kann auch Projekte mit Leutwiler-Musik organisieren und durchführen. Der Verein finanziert sich primär mit den Urheberrechts-entschädigungen der SUISA. Kontakt zum Verein über das Kontaktformular oder per Mail info(at)toni-leutwiler.ch

 

Gemäss SUISA-Abrechnungen von 2014, 2015 und 2016 werden die Werke von Toni Leutwiler 50 - 70 Jahre nach dem Komponieren immer noch vor allem von der Schweizer-Musikwelle, aber auch von Sendern in Australien, USA, Deutschland, Frankreich, Österreich, Schweden, Norwegen, Dänemark, Grossbritannien, Spanien, Hongkong, Singapur, Taiwan, Japan, Rumänien, Polen und sogar in Vietnam gesendet sowie hundertfach über das Internet heruntergeladen (iTunes, G-Play und Spotify)!

 

Weitere Informationen über Toni Leutwiler und seine Musik finden Sie im Wikipedia-Artikel, im Katalog der Schweizer Nationalphonotek, im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek und in der Werkdatenbank der SUISA.



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