7. Mit dem Taktstock unterwegs

Im Januar 1954 und 1959 dirigierte Toni das grosse Rundfunkorchester des Süddeutschen Rundfunks in Stuttgart.

 

Zwischen 1954 und 1962 stand er viermal am Dirigentenpult des ausgezeichneten grossen Rundfunkorchesters vom Bayrischen Rundfunk München.

 

Eine komische Situation entstand 1954 in Torino, als meine Eltern von ihrem guten Freund Alberto Meyer chauffiert und begleitet wurden. Seine Muttersprache war italienisch und er war 11 Jahre älter als Toni. Von Radio Torino eingeladen, sollte er eigene Werke für grosses Orchester aufnehmen. Eine Delegation erwartete sie im Grand Hotel und begrüssten den guten Freund herzlich mit "Maestro" und vielen italienischen Komplimentausdrücken. Toni, als junger Mann, stand unbeachtet daneben. Die Verlegenheit dieser Herren war gross, als der gute Freund den Irrtum aufklärte.

 

Alberto Meyer schrieb für Toni einige Texte zu seiner Musik. So zum Beispiel auch für den bekannten, leider früh verstorbenen Tenor Fritz Wunderlich.

 

Die nächste Story führt uns 1960 nach München, in ein privates Tonstudio. Dort produzierte Toni mit Fred Böhler und einem kleinen Ensemble einige lustige Eigenkompositionen (14 Stunden Nachtarbeit ohne Unterbruch). Mitten in der Nacht erschien die Hausbesitzerin im Morgenrock und mit einem grossen, altmodischen Wecker und fragte: Könnt ihr den für eure Spässe gebrauchen?". Toni baute ihn als Glockenwirbel ein. Etwas Peinliches passierte danach in Italien bei der Pressung der Schallplatte: statt "Die vier Lausbuben" war auf der Etikette "Die vier Lausbusen" zu lesen.

 

Zwischen 1955 und 1960 lud Radio Graz Toni mehrere Male ein, mit dem Philharmonischen Orchester Graz eigene Kompositionen aufzunehmen.

 

1959 und 1960 brachten Toni zwei Gastspiele mit vorwiegend eigenen Kompositionen ans Dirigentenpult des Radioorchesters DRS in Zürich.

 

1965 erhielt Toni z.B. vom WDR Köln für das Festival der leichten Musik in München einen sehr speziellen und originellen Auftrag mit folgenden Bedingungen:

  • Besetzung: Symphonieorchester
  • Thema: Was machst Du mit dem Knie, lieber Hans
  • Stil: Händel oder Bach, mit Fuge; solistische Passagen für Cembalo und Basstuba
  • Coda: Orgelpunkt
  • Art: humorvoll

Da hatte er etwas zum "Grübeln" und was daraus entstand, nannte er "Bachiale". Solche Festivals waren damals der Treffpunkt der Elite und das künstlerische Niveau war dementsprechend sehr hoch.

 

Im November 1966 und im Juni 1968 leitete er auch das Unterhaltungsorchester DRS in Basel, bei Aufnahmen mit eigenen Titeln. Dabei entstand auch die Big-Band-Komposition "March in Blue", in Zusammenhang mit einem Schlussstück-Wettbewerb.