2. Allroundmusiker

Toni kam am 31. Oktober 1923 in Zürich zur Welt. Bereits mit 3 Jahren spielte er auf der Mundharmonika zugeflogene Melodien nach und mit 6½ Jahren erhielt er seine erste (halbe) Geige (Die spätere "ganze" Geige wurde einmal bei einem "Notenpult-Unfall" halbiert; da hatte er 2 "halbe" Geigen).

 

Musikdirektor Josef Herger (Zürich/Schwyz) nahm Toni 1930 mit viel Liebe unter seine Fittiche (Violin- & Klavierunterricht, sowie Theorie). Seine Freude am auffallend begabten Schüler äusserte sich oft darin, dass er während der Unterrichtsstunden einen seiner Freunde telefonisch mithören liess. 1932 nahm er Toni zu einem Symphoniekonzert in die Tonhalle Zürich mit, wo der erst 16jährige Jehudi Menuhin solistisch auftrat. Das erweckte in ihm den Wunsch, Geiger zu werden (welcher ihm 12 Jahre später erfüllt wurde).

 

Als Junge besass er einen schönen Sopran und sang in einem Knabenchor mit. Bei dieser Gelegenheit kam er auch mit den Wiener Sängerknaben zusammen. Ihr Film "Singende Jugend" lief 1936 in den Schweizer Kinos und gleichzeitig konzertierten sie in Zürich und Winterthur. In der Kirche sangen sie eine Messe. Sie drückten Toni ein Notenblatt in die Hand und er sang mit - natürlich ohne Probe. Zur Abwechslung spielten sie, zusammen mit dem Kapellmeister, sogar Fussball (was gar nicht seine Leidenschaft war!).

 

Die Stadt Zürich war damals ein vielfältiges Betätigungsfeld für einen Musikstudenten. Neben Violine, Klavier und Orgel spielte er auch Saxophon und Akkordeon. Immer gab es Engagements verschiedenster Art, wodurch er Geld für sein Musikstudium verdienen konnte, zum Beispiel

  • Orgeldienst und Orchestermessen in Kirchen
  • Hochzeiten, Abdankungen, verschiedene Vereinsanlässe
  • Arrangements für Berufsorchester schreiben
  • Aushilfen bei verschiedenen Berufsorchestern

Die erste Orchesterroutine holte er sich im Orchester des Kurtheaters Baden. Ins damals alte Gebäude regnete es hinein und bei starkem Donner verstand man den Dialog auf der Bühne kaum mehr. Das Lustigste passierte jeweils am Schluss der Vorstellung: Die von auswärts kommenden Musiker mussten unbedingt ihre letzte Zugverbindung erreichen. Einer nach dem anderen packte sein Instrument zusammen und verliess ganz leise den Orchesterraum. Zum guten Glück betätigte sich ein routinierter Pianist als Lückenbüsser. Er musste bis zum Schluss ausharren.

 

Trotz seiner zahlreichen Verpflichtungen und steter Eile verliebte er sich Ende der 30er Jahre, was die 1940 bis 1943 gedichteten und komponierten "Liebeslieder an Angelina" verraten. Was jedoch der Hintergrund seiner geistlichen Komposition "Ave Maria" (1942) war, kann niemand erahnen. Seine Liebste (spätere Ehefrau) sang in einem Töchterchor mit, wo er leider nicht mitsingen konnte. Was macht nun ein Komponist und Geiger in einem solchen Fall. Er komponierte ein Stück für "Solovioline, Frauenchor und Orgel".

 

Mit 19½ Jahren absolvierte er das Lehrdiplom für Violine mit Nebenfach Klavier, und da ein Studienaufenthalt im Ausland wegen des Krieges nicht möglich war, trat er danach in die Konzertausbildungsklasse ein.

 

1935
1935
1950
1950

1940 - erstes Liebeslied für Angelina
1940 - erstes Liebeslied für Angelina
1942 - Zürcher Swing Boys
1942 - Zürcher Swing Boys
1943 - Orchester Fred Böhler
1943 - Orchester Fred Böhler